Die hohe Kunst, Menschen richtig zu behandeln Teil II

Grundregeln für den Umgang mit Menschen

Hast du je darüber nachgedacht, dass es auf der ganzen Welt nur einen einzigen Weg gibt, einen Menschen dazu zu bringen, etwas Bestimmtes zu tun?

Man muss erreichen, dass er es selber tun will! Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

Prof. John Dewey, einer der größten Philosophen Amerikas sagte: „Der stärkste Trieb in der menschlichen Natur ist der Wunsch, bedeutend zu sein.“

Was wünscht sich der Mensch? Eigentlich nicht viel, aber dafür ein paar Dinge um so nachdrücklicher. Dazu gehören:

  1. Gesundheit und ein langes Leben
  2. Nahrung
  3. Schlaf
  4. Geld und alles, was man damit kaufen kann
  5. ein Leben ins Jenseits
  6. sexueller Genuss
  7. gesunde Kinder
  8. das Gefühl „bedeutend“ zu sein

Fast alle diese Wünsche gehen gewöhnlich in Erfüllung – bis auf einen. Ein einziger Wunsch, der beinahe so groß, so übermächtig ist wie das Verlangen nach Essen und Schlaf, wird selten erfüllt… den „Wunsch nach Geltung“, Dewey bezeichnet ih  als den „Wunsch, bedeutend zu sein“.

Williams James sagte einmal: „Eine unausrottbare Eigenschaft im Wesen des Menschen ist sein Verlangen nach Anerkennung.“ Er sagte ganz bewusst nicht der „Wunsch“ nach Anerkennung, sondern „Verlangen nach Anerkennung“.

Dieser Wunsch nach Geltung ist eines der hauptsächlichsten Merkmale, die den Menschen vom Tier unterscheiden. Dieser Wunsch treibt aber auch viele junge Menschen dazu, sich Banden anzuschließen und kriminelle Handlungen zu begehen.

Sage mir, was Dir das Gefühl von Bedeutung gibt, und ich sage Dir, wer du bist, denn daran lässt sich dein Charakter ablesen.

Einer der reichsten Männer, die in der amerikanischen Industrie ein Jahresgehalt von über 1 Million Dollar bekamen (als es noch keine Einkommenssteuer gab und ein Angestellter, der in der Woche 50 Dollar verdiente, als gut bezahlt galt), war Charles Schwab. Er war von „Stahlkönig“ Andrew Carnegie 1921 zum Präsidenten der neugegründeten United States Steel Company ernannt worden. Aus welchem Grund zahlte Andrew Carnegie Schwab eine Million Dollar im Jahr oder mehr als 3000 Dollar am Tag?

Weil Schwab ein Genie war? Nein. Weil er mehr über Stahl wusste als alle anderen? Unsinn. Charles Schwab gab offen zu, dass viele seiner Untergebenen mehr von Stahlherstellung verstünden als er selbst. Er bekam sein Gehalt zu einem großen Teil deshalb, weil er mit Menschen umzugehen wusste. Als er gefragt wurde, wie er das macht, drückte er das in folgenden Worten aus, Worte, welche die Kinder auswendig lernen sollten, anstatt ihre Zeit mit dem Büffeln der jährlichen Niederschlagsmengen in Brasilien oder dem konjugieren lateinischer Verben zu vertrödeln:

„Ich betrachte meine Fähigkeit, die Menschen zu begeistern, als meinen größten Vorteil. Durch Anerkennung und und Aufmunterung kann man in einem Menschen die besten Kräfte mobilisieren. Nichts tötet hingegen seinen Ehrgeiz so gründlich wie Kritik von Vorgesetzten. Ich kritisiere nie jemanden. Ich glaube, dass man die Menschen zur Arbeit anspornen muss. Deshalb lobe ich ebenso gerne, wie ich ungern tadle. Bin ich mit einer Leistung zufrieden, so anerkenne ich sie aufrichtig und ich sie aufrichtig und gehe großzügig mit Lob um.“

 

Business is about people.

So also machte es Schwab. Was aber tut der Durchschnittsmensch? Das genaue Gegenteil. Wenn ihm etwas nicht gefällt, kanzelt er seinen Umgebenen ab; ist er jedoch zufrieden, so sagt er kein Wort.

Wir wissen, dass es als Verbrechen angesehen würde, wenn jemand seine Familie oder seine Angestellten sechs Tage lang ohne Nahrung ließe; hingegen lässt man sie sechs Tage, sechs Wochen, manchmal sogar 60 Jahre ohne ein herzliches Wort der Anerkennung, wonach sie mindestens ebenso hungern wie nach Brot.

Welcher Sprachr man sich auch bedient“, sagte Ralph Waldo Emerson, „kann man immer nur so sprechen, wie man selbst ist. „

Wenn wir weiter nichts zu tun bräuchten, als zu schmeicheln, dann würde es jeder tun, und wir wären Meister im Umgang mit Menschen.

Wenn wir nicht gerade an eine bestimmte Sache denken, dann bringen wir ungefähr 95% unserer Zeit damit zu, an uns selbst zu denken. Wenn wir einmal eine Zeitlang aufhören würden, immer nur an uns selbst zu denken und dafür an die guten Eigenschaften der anderen, dann wären wir nicht darauf angewiesen, zu Schmeicheleien Zuflucht zu nehmen, die so billig und falsch sind, dass man sie schon als solche durchschaut, ehe sie noch ausgesprochen sind.

Anerkennung gehört in unserem täglichen Leben zu den am meisten vernachlässigten Tugenden.

Einen Menschen zu kränken ist weder angebracht, noch ändert es ihn. Jeder Mensch ist uns auf irgendeinem Gebiet überlegen und wir können von ihm lernen. Warum versuchen wir also nicht die guten Seiten der anderen zu entdecken. Vergessen wir doch lieber die Schmeichelei und spenden aufrichtige Anerkennung.

Gebe ehrliche und aufrichtige Anerkennung.

 

Inspirationen aus dem Buch: “ Wie man Freunde gewinnt – Dale Carnegie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*